
So, in den letzten Tagen war ich viel mit der Arbeit beschäftigt. Ich finde die Arbeit, die Avant-Garde macht ist sehr interessant. Was ich besonders toll finde, dass sie sich für die Schulen und die Bildung in den ländlichen Gebieten Alaskas einsetzen.
Alaska ist ein riesen Land jedoch lebt die Großzahl der Bevölkerung in Anchorage, wie in der folgenden Grafik zu sehen ist. Die Ureinwohner Alaskas bestehen nicht aus einer "Eskimo"-Gruppe (wie die meisten meinen). Eskimo ist übrigens nicht politisch korrekt, es heißt sowas wie Rohfleischesser, ich glaub das wäre so wie wenn man zu deutschen Leuten Kartoffelesser sagen würde!? Allerdings gibt es einen Stamm der Esikmo heißt. Hier sagt man meist Alaska Natives oder indigenous people, wenn man alle Ureinwohner meint. Es gibt insgesamt viele verschiedene indigene Völker die in Alaska leben. Es gibt insgesamt über 225 verschiedene Stämme in dem weiten Land Alaskas verteilt. Die größten sind: : Inupiat, Yupik, Aleut, Inuit, Tlingit, Haida, Tsimshian, Eyak, und einige Northern Athabaskan Kulturgruppen. Desweiteren gibt es auch 20 verschiedene Sprachen, welche nur noch sehr wenige meist die älteren beherrschen. Meine Kollegin Annette, selber Inupiaq, kann zum Beispiel ihre ursprüngliche Sprache nicht sprechen. Sie meinte sie hätte sie mal gelernt, aber nur für kurze Zeit in der Schule und der Lehrer war nicht sehr gut. Nur ihre Großeltern sprechen sogar teilweise noch zwei der ursprünglichen Sprachen. Sehr schade, dass dieses wahrscheinlich in Zukunft so gut wie keiner mehr sprechen kann. Ihre Eltern waren damals auf einem Internat. Diese Internate gibt es nicht mehr, da es zu Problemen kam. In diesen Internaten wurde es verboten, die eigenen Sprachen zu sprechen. Nur Englisch war erlaubt...traurig. In diesem Video spricht eine Native Lehrerin über dieses Thema.
Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a7/Aia_ak_100.gif
Bildung ist daher ein großes Problem in den ländlichen Dörfern, die teilweise nur aus ein paar hundert oder noch viel weniger Bewohnern bestehen. In diese Villages gelangt man meist nur per Flugzeug. Die einzigen Verkehrsmittel die es dort gibt sind Ski-doos. Es gibt dort zum Teil keine Lebensmittelgeschäfte und an manchen Tagen, wenn das Wetter schlecht ist sind sie auch vom Luftverkehr ausgeschlossen. Hier in diesem Artikel könnt ihr mehr über solch ein Leben im ländlichen Alaska erfahren. Meine Kollegin hat mir von einem Trip zu solch einem Village erzählt. Die Leute fliegen alle paar Monate mit dem Flugzeug in die nächste große Stadt oder nach Anchorage um bei Costco (sowas wie Metro bei uns) so viel einzukaufen, wie sie an Gewicht in den kleinen Flugzeugen dann in ihr Village bringen können. Oft gehen sie vor dem Rückflug schnell noch zu Mc Donalds am Flughafen und nehmen für die ganze Familie Menüs mit. Diese sind dann natürlich bis sie in ihrem Village sind kalt und das ganze Flugzeug riecht wie eine Friteuse, aber es scheint etwas ganz besonderes für sie zu sein. Die problematischste Zeit ist, wenn das Eis gerade am schmelzen oder zufrieren ist, da hier keine Überquerung des Eises mit dem Ski-doo bzw. Überquerung des Wassers per Boot zu den umliegenden größeren Dörfern möglich ist.
Die Schulen bestehen zum Teil nur aus einer Klasse von 9-15 oder 20 Schülern. Es gibt nur eine Lehrerin. Es sind Schüler in dieser Klasse von der 1. bis zur 12. Klasse hindurch. Man kann sich somit vorstellen, was für eine schwierige Aufgabe die Lehrerin in solch einer Klasse hat. Ein großes Problem ist, dass in diesen Schulen meist "white" Lehrer unterrichten, also keine Alaskan Natives, sondern Lehrer die von irgendwo aus einem anderen Staat der USA hingeschickt werden. Diese bleiben meist nur 2-3 Jahre oder sogar kürzer und haben wenig Ahnung vom Leben der Alaskan Natives, ihrer Community und wie man damit umgeht. Dieses nennt man hier turn-over. Durch diesen turn-over können die Schüler sich nicht wirklich mit dem Lehrer identifizieren oder sich daran gewöhnen. Es besteht oft ein Wertekonflikt. Am sinnvollsten wäre es, wenn Alaskan Natives als Lehrer ausgebildet und in diesen Communities bleiben und unterrichten. Viel Unterricht geschieht auch, dank der modernen Technologie, über Videokonferenz und Internetverbindung. Doch die Lehrer müssen sich damit natürlich auch auskennen und müssen wissen mit solchen Medien umzugehen, damit sie effektiv eingesetzt werden können. Diese Geräte sind sehr teuer. In diesem New York Times Artikel wird auch über die weiteren Probleme der ländlichen Alaskan Native Schulen berichtet.
Link to a nice Video about an Alaskan Village in Crisis.
Avant-Garde hat im Moment drei verschiedene Programme:
Eines ist das ANTI (Alaskan Native Teacher Initiative), um mehr Alaskan Native Lehrer in die ländlichen Schulen zu bekommen.
Ein weiteres Programm ist das Virtual Learning. Hier lernen die Lehrer mit den neuen Medien wie z. B. Videotelekonferenz usw. umzugehen. Es werden aber auch für Schüler Career exploration programme durchgeführt, so eine Art Berufswahl programm, damit sie die verschiedenen Berufsmöglichkeiten kennenlernen und auch durch Praktikas teilweise sogar ausprobieren können.
Das dritte ist das Rural School Growth Plan. Hier wird den Schulen und Schulregionen geholfen strategisch zu denken, Daten zu nutzen usw.
Es soll noch ein viertes Programm kommen, STEM (science, technology, engineering and mathematics). Hier soll ein Netzwerk und Unterstützung für diesen Bereich in ländlichen Schulen entstehen.
Ich finde die Programme und die Arbeit von Avant-Garde sehr toll und interessant. Ich hoffe ich habe vielleicht sogar mal die Chance in solch ein Village zu fliegen. Wobei einige meiner Kolleginnen noch nicht einmal diese Chance hatte. Flüge kosten bis zu 1000 dollar um dort hin zu gelangen. Auch ist es schwierig dort dann eine Unterkunft zu finden. Meist gibt es keine Pension oder ein Hotel. Oft werden Gäste dann in dem Schulgebäude untergebracht, dieses ist auch ziemlich teuer. Es kostet meist um die 120 $ die Nacht pro Person und das ohne wirkliche Verpflegung... Aber vielleicht kann ich ja mal in eines der näheren Dörfer, wobei diese nicht ganz so mit den weit weg gelegenen zu vergleichen sein werden, da diese näher an die Stadt gebunden sind.
Avant-Garde hat als Organisation das Problem, dass es sie noch nicht so lange gibt und nicht so viele Leute kennen. Dieses soll sich dann hoffentlich mit Hilfe des von mir mit bearbeiteten Marketing- und Fundraising Strategieplan ändern.
Ich hoffe ich werde noch viel interessantes von dieser Kultur sehen und lernen.
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